Unternehmens- und Roboterdatenbank
Jensen Huang: Vom Tellerwäscher bei Denny's zum NVIDIA-CEO
Die wichtigsten Punkte
- NVIDIA wäre in den ersten Jahren beinahe gescheitert: Der erste Chip, der NV1, scheiterte kommerziell, und die Vertragszahlung eines Rivalen (Sega) verschaffte dem Unternehmen die Luft zum Überleben, die es brauchte, um den rettenden RIVA-128-Chip zu entwickeln.
- Huang setzte das Unternehmen ein Jahrzehnt lang auf CUDA, ohne einen klaren Markt dafür zu haben — bis das KI-Training auf GPUs die Wette 2012 bestätigte.
- Huangs NVIDIA-Anteil hat ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht.

Jensen Huang, seit 1993 Mitgründer und CEO von NVIDIA, bei der ersten Verleihung des Lee-Kuo-ting-Preises in Taiwan im November 2023 – seinem Geburtsland. Seine öffentlichen Heimkehr-Auftritte dort wuchsen sich später zu dem Phänomen aus, das als „Jensanity“ bekannt wurde.
Foto: Taiwan Presidential Office, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons01Frühe Jahre: von Taiwan nach Aloha, Oregon
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1963 | In Taiwan geboren |
| 1968 | Familie zieht wegen der Arbeit des Vaters nach Bangkok, Thailand |
| 1973 | Reist der Familie voraus in die USA; durch ein Versehen am Oneida Baptist Institute in Kentucky angemeldet |
| 1975 | Familie kommt in Beaverton, Oregon, wieder zusammen; Wechsel an die Aloha High School |
| 1978 | National platzierter Tischtennis-Junior; Nachtschichten in einem örtlichen Denny's |
| 1984 | Schließt sein Elektrotechnikstudium an der Oregon State University ab |
| 1992 | Erwirbt einen Master an der Stanford University; NVIDIAs Gründungstreffen beginnen in einem Denny's |
| 1993-04 | Gründet NVIDIA gemeinsam mit Chris Malachowsky und Curtis Priem |
| 1996 | NVIDIA halbiert nach dem kommerziellen Scheitern des NV1 fast die Belegschaft; Segas letzte Zahlung sichert das Überleben |
| 1997 | RIVA 128 erscheint und rettet das Unternehmen |
| 2006-11 | NVIDIA stellt CUDA vor |
| 2012 | Das auf NVIDIA-GPUs trainierte AlexNet belegt die Eignung von GPUs für Deep Learning |
| 2019 | Spendet 2 Mio. $ an das Oneida Baptist Institute; neues Gebäude erhält den Namen Huang Hall |
| 2025-04 | USA verlangen Exportlizenz für NVIDIAs H20-Chip, was eine Abschreibung von 4,5 Mrd. $ erzwingt; Premierminister Shigeru Ishiba empfängt Huang in Tokio |
| 2025-05 | Von Fans und Paparazzi auf der Computex Taipei umringt: das „Jensanity“-Phänomen |
| 2025-08 | USA nehmen die Vergabe von H20-Exportlizenzen an China wieder auf |
| 2025-10 | NVIDIA wird das erste Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 5 Bio. $; Financial Times kürt Huang zur „Person of the Year“ |
| 2025 | Erhält gemeinsam den Queen Elizabeth Prize for Engineering |
| 2026-01 | USA lockern H200-Exportregeln für China, verbunden mit einem Zoll von 25 % |
| 2026-03 | Proxy Statement weist wirtschaftliches Eigentum an 870,6 Mio. NVIDIA-Aktien (3,58 %) aus |
| 2026-05 | Kehrt für eine Mitarbeiterveranstaltung nach Taipeh zurück; hält am 1. Juni eine Keynote im Taipei Music Center |
| 2026 | Wird zum Träger der IEEE Medal of Honor 2026 ernannt |
Eine Verwechslung bei der Schulanmeldung in Kentucky
Jensen Huang wurde 1963 in Taiwan geboren. Als er etwa fünf war, zog seine Familie wegen der Arbeit seines Vaters als Chemieingenieur nach Thailand, wo er eine internationale Schule in Bangkok besuchte. Politische Unruhen in Thailand brachten die Familie dazu, über eine Übersiedlung in die USA nachzudenken. 1973 zogen Huang und ein älterer Bruder dem Rest der Familie voraus, um bei einem Onkel in Tacoma, Washington, zu leben. Er besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft Taiwans und der USA.
Der Onkel glaubte, die beiden Jungen an einer angesehenen Vorbereitungsschule anzumelden, meldete sie aber tatsächlich am Oneida Baptist Institute an. Das ist eine religiöse Erziehungsanstalt im ländlichen Kentucky, die ursprünglich in den 1890er-Jahren gegründet wurde, um verfeindete Sippen in Clay County davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen. Huang war neun Jahre alt. Jeder Schüler hatte eine tägliche Aufgabe; seine war das Putzen der Gemeinschaftsbäder. Er hat gesagt, die anderen Kinder seien hart genug gewesen, um Taschenmesser bei sich zu tragen, und dass die Schlägereien dort „nicht schön“ gewesen seien. Trotzdem fand er Wege, sich einzufügen: Er gab einem älteren Zimmergenossen Nachhilfe in Mathematik und trat dem Schwimmteam bei. Ohne Ironie hat er gesagt, dass er seine Zeit dort geliebt habe: „Wir haben wirklich hart gearbeitet. Wir haben wirklich hart gelernt.“
2019, Jahrzehnte später, spendete er 2 Millionen Dollar für ein neues Wohnheim- und Klassengebäude der Schule, das nach ihm Huang Hall benannt wurde.
Ein national platzierter Tischtennisspieler, der für die Reisekasse Böden schrubbte
Zwei Jahre nach Kentucky ließen sich Huangs Eltern in Beaverton, Oregon, nieder, und die Brüder wechselten an die nahegelegene Aloha High School, wo Huang zwei Klassenstufen übersprang und mit sechzehn seinen Abschluss machte.
Außerdem wurde er ein ernsthafter Tischtennisspieler, trainierte und trat für Paddle Palace an, einen Klub in Portland, und schrubbte dort die Böden, um sich seine Turnierreisen mitzufinanzieren. In einem Brief an Sports Illustrated vom Januar 1978 nannte Paddle-Palace-Inhaber Lou Bochenski den jugendlichen Huang „vielleicht den vielversprechendsten Junior, der je im pazifischen Nordwesten Tischtennis gespielt hat“; mit fünfzehn Jahren wurde Huang bei den U.S. Open Table Tennis Championships Dritter im Junioren-Doppel. Später sagte er der Seattle Post-Intelligencer: „Ich liebte diesen Sport, aber nie mehr als die Schule.“
Aloha, Oregon, und ein Job bei Denny's
Von seinem fünfzehnten Lebensjahr bis zum Beginn des Studiums arbeitete Huang die Nachtschicht in einem örtlichen Denny's: Er spülte Geschirr, räumte Tische ab und bediente schließlich auch Gäste. Dieses Detail tauchte zwei Jahrzehnte später wieder auf, als er ein anderes Denny's zum Gründungsort von NVIDIA machte.
Derselbe Job, zwanzig Jahre später
02Vom Studium zum Chipdesign
Huang studierte Elektrotechnik an der Oregon State University und schloss 1984 als Jahrgangsbester ab. Dort lernte er in einem Ingenieurslabor auch seine spätere Ehefrau Lori Mills kennen. 1992 erwarb er zudem einen Master in Elektrotechnik an der Stanford University, wobei er berufsbegleitend Abendkurse besuchte.
Nach dem Studium warben Texas Instruments, AMD und LSI Logic um Huang. Er entschied sich zunächst für AMD, wo er Mikroprozessoren entwarf. Danach wechselte er zu LSI Logic und arbeitete dort an Grafikbeschleuniger-Technologie für Kunden wie Sun Microsystems: der Job, der ihn regelmäßig mit zwei Kollegen zusammenbrachte, Chris Malachowsky und Curtis Priem, die später seine Mitgründer werden sollten. Er stieg zum Direktor von LSIs CoreWare-Sparte auf, bevor er das Unternehmen verließ, um seine eigene Firma zu gründen.
Huangs Weg zur Gründung von NVIDIA
03Die Gründung von NVIDIA
Ein Start mit 600 Dollar und ein Name, der „Neid“ bedeutet
Huang, Malachowsky und Priem hielten ihre frühen Planungstreffen Ende 1992 in einem Denny's an der Berryessa Road in East San Jose ab, bevor sie NVIDIA am 5. April 1993 offiziell eintrugen. Jeder Gründer steuerte 200 Dollar bei, insgesamt 600 Dollar. Der Grund, so heißt es, war eine Vorgabe ihres Anwalts, wonach mindestens diese Summe auf dem Firmenkonto liegen musste, damit die Eintragung rechtsgültig wurde. Der Name NVIDIA stammt vom lateinischen invidia, „Neid“: die Reaktion, die sich die drei irgendwann von der Konkurrenz erhofften.
Der Name entstand aus zwei Richtungen zugleich. Priem hatte „NV“ bereits als Platzhalterbezeichnung für seine Chip-Entwürfe und Dateien verwendet, kurz für „next version“. Als das Trio einen Namen für das Unternehmen selbst brauchte, erwies sich ihre erste Wahl, NVision, als zu nah an Envision, einer bereits existierenden Toilettenpapier-Marke – also suchten sie nach anderen Optionen und stießen auf invidia. Lässt man das führende „I“ weg, bleibt „nvidia“ übrig, was zufällig bereits mit dem „NV“ begann, das sie die ganze Zeit schon verwendet hatten – so verschmolzen die beiden Ideen zu einem Namen: NVIDIA.
Wie NVIDIA zu seinem Namen kam
Priems Platzhalterkürzel für seine eigenen Chipentwürfe und Dateien – kurz für „next version“.
Verworfen – zu nah an Envision, einer bestehenden Toilettenpapier-Marke.
Lässt man das führende „I“ von invidia (lateinisch für Neid) weg, beginnt der Rest bereits mit ihrem „NV“.
Fast am Ende, gerettet von einem Konkurrenten
NVIDIAs erster Chip, der NV1, scheiterte kommerziell. Zur selben Zeit war NVIDIA außerdem an einen separaten, in Raten ausgezahlten Vertrag gebunden, den Grafikchip für Segas nächste Konsole zu bauen – die später als Dreamcast erschien. Mitten in diesem Projekt kam Huang zu dem Schluss, dass ein Chip mit demselben quadratischen Oberflächenansatz wie der NV1 Segas Leistungsanforderungen nicht erfüllen würde. Nach eigener Aussage flog er persönlich nach Japan, um das Segas damaligem Präsidenten Shoichiro Irimajiri direkt mitzuteilen – und riet damit einem Partner faktisch dazu, aus einem Vertrag auszusteigen, den NVIDIA weiterhin bezahlt bekam, um ihn zu erfüllen. Sega zahlte die letzte Rate von 5 Millionen Dollar trotzdem aus und verschaffte NVIDIA damit sowohl diese Finanzierung als auch rund sechs Monate Luft zum Überleben. Wie nah das Unternehmen an der Pleite war und wie die Zahlung eines Rivalen es vom Abgrund zurückholte, zählt zu den bemerkenswertesten Kapiteln in Huangs früher Karriere.
NVIDIA nutzte diese Finanzierung und die gewonnene Zeit, um den RIVA 128 zu entwickeln – einen konventionellen Chip, kompatibel mit Microsofts DirectX-Standard. Er verkaufte sich in den ersten vier Monaten 1997 über eine Million Mal und rettete das Unternehmen.
Weiterführende Beiträge
NVIDIA: eine Geschichte der GPU
Das Scheitern des NV1 und der von DirectX getriebene Kurswechsel zum RIVA 128 – in allen technischen Details.
NVIDIAs Beinahe-Aus und Wende, 1995–1997
Huang hat gesagt, er verwende die Formulierung „dreißig Tage vor der Pleite“ seit mehr als drei Jahrzehnten, um NVIDIAs Grundhaltung zu beschreiben. Das sei keine Übertreibung, sondern die Arbeitsannahme, die bis heute prägt, wie er das Unternehmen führt.
04Huangs Führungsstil
Kein festes Organigramm, keine festen Einzelgespräche
Unter Huang gibt es bei NVIDIA keine klassische, mehrstufige Führungsstruktur: Ende 2024 berichteten rund 55 bis 60 Führungskräfte und leitende Ingenieure direkt an ihn, ein für ein Unternehmen dieser Größe ungewöhnlich flaches Modell. Feste Einzelgespräche hält er nicht ab; Feedback gibt er lieber in der Gruppe, damit alle relevanten Führungskräfte dieselbe Begründung zur gleichen Zeit hören. Mitarbeiter können ihm zudem direkt eine kurze Liste ihrer wichtigsten Prioritäten oder Probleme mailen; nach eigenen Angaben liest er täglich rund hundert solcher Nachrichten. Die zugrunde liegende Idee beschreibt Huang so, dass nicht eine einzelne Führungskraft, sondern die „Mission“ der Chef sei: Teams werden um das jeweils wichtigste Problem herum neu zusammengestellt, statt eine feste Berichtskette zu bewahren.
Typisches Unternehmen von Huangs Größe
- Feedback läuft durch mehrere Ebenen des mittleren Managements
- Regelmäßige Einzelgespräche mit der direkten Führungskraft
- Eine Handvoll Mitarbeiter mit direkter Berichtslinie an den CEO
NVIDIA unter Huang
- Feedback wird in der Gruppe gegeben, mit derselben Begründung für alle gleichzeitig
- Keine festen Einzelgespräche
- 55 bis 60 Führungskräfte und leitende Ingenieure berichten direkt an Huang
Eine fordernde Unternehmenskultur, nach eigener Aussage geprägt von seinen Eltern
In einem Interview mit Taiwans Nachrichtenagentur Central News Agency im Mai 2026 führte Huang seinen fordernden Führungsstil direkt auf seine Erziehung zurück. Führungskräften, die Mitarbeiter vom Einsatz von KI-Tools abhalten, steht er zudem offen ablehnend gegenüber und bezeichnet solche Einschränkungen als „wahnsinnig“.
Für taiwanische Eltern ist nichts jemals gut genug, und es vergeht kein Tag ohne Kritik.
05Die Wette auf CUDA
Ein Jahrzehnt, das die meisten als Stille bezeichnen würden
NVIDIA stellte CUDA im November 2006 vor, eine Plattform, mit der Entwickler universellen Code für NVIDIAs Grafikchips schreiben konnten statt nur reine Grafik-Workloads. Kurzfristig war der wirtschaftliche Nutzen gering: Die Chipkosten stiegen, und es gab noch keinen erkennbaren Markt für GPUs jenseits des 3D-Renderings. Huang hat den Start selbst als nahezu stillen Moment beschrieben: Niemand im Publikum wollte CUDA, fragte danach oder verstand, wofür es gut sein sollte. NVIDIA investierte trotzdem jahrelang weiter in CUDA, in der Überzeugung, dass ein universeller Zugang zur parallelen Rechenleistung von GPUs irgendwann von Bedeutung sein würde, auch ohne einen konkreten Markt in Sicht.
AlexNet, und die Auszahlung der Wette
Diese Wette zahlte sich 2012 aus, als ein Team der University of Toronto ein neuronales Netz namens AlexNet auf NVIDIA-GPUs trainierte und damit die Trefferquote beim jährlichen Bilderkennungs-Benchmark ImageNet in die Höhe schnellen ließ. Dieses Ergebnis gilt weithin als der Moment, der die KI-Forschungsgemeinschaft davon überzeugte, dass GPUs, allen voran mit CUDA, das richtige Werkzeug für das Training neuronaler Netze im großen Maßstab waren. NVIDIAs eigene Unternehmensgeschichte markiert diesen Punkt als Beginn ihrer „KI-Ära“.
CUDA-Entwickler, selbst angegeben in aufeinanderfolgenden Keynotes (2021–2026)
NVIDIA veröffentlicht keine fortlaufende Entwicklerzahl – dies sind die Werte, die Huang und NVIDIA bei einzelnen Veranstaltungen genannt haben, selbst angegeben und nicht unabhängig geprüft.
06Vermögen und Auszeichnungen
Vermögen und NVIDIA-Beteiligung
Live erfasste Schätzungen von Huangs Vermögen schwanken täglich mit dem NVIDIA-Aktienkurs und unterscheiden sich je nach Methodik. Mehrere Tracker verorteten ihn im ersten Halbjahr 2026 jedoch im Bereich von 160 bis 200 Milliarden Dollar; ein Ranking führte ihn Ende Mai 2026 als achtreichsten Menschen der Welt. Laut NVIDIAs eigenem Proxy Statement für 2026 hielt Huang zum 23. März 2026 wirtschaftlich 870.604.104 Aktien, rund 3,58 % des Unternehmens, im Wert von etwa 191 Milliarden Dollar zum in der Unterlage genannten Referenzkurs. Rund 58,7 Millionen dieser Aktien gehören der Jen-Hsun and Lori Huang Foundation und nicht Huang persönlich.
Dieses Vermögen ist völlig getrennt von seinem Gehalt zu betrachten. NVIDIAs Proxy Statement für 2026 weist Huangs Grundgehalt mit 1,5 Millionen Dollar aus, unverändert gegenüber dem Geschäftsjahr 2025, bei einer Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2026 (einschließlich Bonus und Aktienzuteilungen) von rund 36,3 Millionen Dollar – selbst das nur ein kleiner Bruchteil dessen, was sein bestehender Aktienanteil wert ist.
Fast Huangs gesamtes Vermögen stammt aus dem Besitz von NVIDIA-Aktien seit 1993, nicht aus dem, was NVIDIA ihm für die Unternehmensführung zahlt.
Zusammensetzung von Huangs NVIDIA-Anteil
- Persönlich von Huang gehaltenca. 811,9 Mio. (93 %)
- Von der Jen-Hsun and Lori Huang Foundation gehaltenca. 58,7 Mio. (7 %)
„Jensanity“ in Taiwan
Huangs Besuche in Taiwan, seinem Geburtsland, ziehen Menschenmengen und eine mediale Aufmerksamkeit an, wie man sie eher von Prominenten als von Chip-Managern kennt. Kommentatoren haben das Phänomen „Jensanity“ getauft. Vor dem Computex 2025 in Taipeh wurde er von Paparazzi und einem Pop-up-Store mit NVIDIA-Merchandise empfangen; im Mai 2026 kehrte er für eine Mitarbeiterveranstaltung rund um NVIDIAs Taipeh-Hauptsitzprojekt zurück und hielt am 1. Juni 2026 eine Keynote im Taipei Music Center.
Auch Japan gewährt ihm einen vergleichbaren Zugang, wenn auch ohne den Straßenrummel wie in Taiwan: Im April 2025 empfing Premierminister Shigeru Ishiba Huang zu einem Höflichkeitsbesuch im Amtssitz des Premierministers in Tokio.

Huangs Keynotes, wie diese auf der CES 2025 in Las Vegas, ziehen schon außerhalb Taiwans einige der größten Menschenmengen an, die NVIDIA öffentlich erlebt. In Taiwan selbst eskaliert der Empfang, wie weiter unten beschrieben, zu dem Phänomen, das die Presse „Jensanity“ getauft hat.
Foto: Joseph Zadeh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons- Computex 2025, Taipeh – von Paparazzi und einem Pop-up-Store mit NVIDIA-Merchandise empfangen
- April 2025, Tokio – Höflichkeitsbesuch bei Japans Premierminister Shigeru Ishiba im Amtssitz des Premierministers
- Mai 2026, Taipeh – Rückkehr für eine Mitarbeiterveranstaltung rund um NVIDIAs neues Hauptsitzprojekt
- 1. Juni 2026, Taipeh – Keynote im Taipei Music Center
Auszeichnungen, 2025–2026
Huang und NVIDIAs Chefwissenschaftler Bill Dally erhielten 2025 gemeinsam den Queen Elizabeth Prize for Engineering. Das IEEE kürte Huang zum Träger seiner höchsten Auszeichnung, der Medal of Honor 2026, die mit einem Preisgeld von 2 Millionen Dollar verbunden ist. Die Financial Times wählte Huang individuell zu ihrer „Person of the Year“ 2025, im Zusammenhang damit, dass NVIDIA im Oktober jenes Jahres als erstes Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen Dollar erreichte.
- Queen Elizabeth Prize for Engineering, 2025 (gemeinsam mit NVIDIA-Chefwissenschaftler Bill Dally)
- IEEE Medal of Honor, 2026 (höchste Auszeichnung des IEEE, Preisgeld 2 Millionen Dollar)
- Financial Times Person of the Year, 2025 (als Einzelperson ausgezeichnet)
Eine andere, oft damit verwechselte Auszeichnung ist TIMEs „Person of the Year“ 2025: Sie ging an ein Gruppencover mit dem Titel „The Architects of AI“, auf dem Huang neben mehreren anderen Führungskräften und Forschern zu sehen war, nicht an Huang allein.
07Exportkontrollen und Nachfolge
Die Achterbahnfahrt der Exportkontrollen gegenüber China
Im April 2025 verlangte die US-Regierung erstmals eine Exportlizenz für NVIDIAs H20-Chip, eine Variante von NVIDIAs KI-Beschleuniger, die eigens zur Einhaltung früherer China-Exportregeln entwickelt worden war. Das stoppte den Verkauf faktisch. NVIDIA verbuchte in diesem Quartal eine Abschreibung von 4,5 Milliarden Dollar für unverkäufliche Bestände und Kaufverpflichtungen. Washington machte die Entscheidung im August 2025 rückgängig und erteilte wieder Lizenzen, auch wenn chinesische Behörden inländische Käufer aus Sicherheitsgründen davon abhielten; NVIDIA meldete für dieses Quartal nur rund 60 Millionen Dollar H20-Umsatz aus China. Im Januar 2026 lockerten die US-Behörden die Beschränkungen für NVIDIAs neueren H200-Chip weiter und wechselten von einer nahezu pauschalen Ablehnung zur Einzelfallprüfung mit einem Zoll von 25 %. Doch selbst Mitte 2026 waren kaum oder gar keine Einheiten tatsächlich an chinesische Kunden ausgeliefert worden, erneut wegen Widerstands aus Peking, nicht aus Washington. Huang widerspricht öffentlich, mitunter scharf, der Vorstellung, NVIDIA solle den chinesischen Markt einfach abschreiben. Auf die Frage in einem Podcast-Auftritt 2026 antwortete er: „Sie sprechen hier nicht mit jemandem, der als Verlierer aufgewacht ist.“
- April 2025 – Die USA verlangen für H20 eine Exportlizenz und stoppen damit faktisch den Verkauf; NVIDIA verbucht eine Abschreibung von 4,5 Mrd. $.
- August 2025 – Die USA nehmen die Lizenzvergabe wieder auf, doch China hält seine Käufer davon ab; der H20-Umsatz aus China liegt in diesem Quartal bei nur rund 60 Mio. $.
- Januar 2026 – Die USA lockern die H200-Regeln zu einer Einzelfallprüfung mit 25 % Zoll. Ausgeliefert werden aber nur wenige Geräte, erneut wegen chinesischer statt amerikanischer Einwände.
Kein benannter Nachfolger
NVIDIA hat keinen designierten Nachfolger für Huang benannt.
Das ist ein reales Risiko, gerade weil Entscheidungen unter seiner flachen Führungsstruktur so zentralisiert getroffen werden: Architektur- und Strategieentscheidungen sind, anders als bei konventioneller gestuften Unternehmen, nicht erkennbar auf eine Riege von Stellvertretern verteilt. Huang, 1963 geboren und heute 63 Jahre alt, hat öffentlich erklärt, er wolle NVIDIA „bis zum letzten Tag seines Lebens“ führen. Das Nächste an einer tiefen Führungsriege ist eine kleine Gruppe langjähriger Führungskräfte, auch wenn bislang niemand von ihnen öffentlich als Nachfolger gehandelt wurde:
- Colette Kress – EVP und CFO; nach Huang die öffentlich sichtbarste Führungskraft von NVIDIA
- Ajay Puri – EVP, Worldwide Field Operations, seit 2005 bei NVIDIA
- Debora Shoquist – EVP, Operations, verantwortlich für Fertigung und Lieferkette
08Häufige Fragen
Hat Jensen Huang NVIDIA allein gegründet?
Nein. Er gründete NVIDIA 1993 gemeinsam mit zwei ehemaligen Kollegen von LSI Logic, Chris Malachowsky und Curtis Priem. Huang ist seit der Gründung CEO von NVIDIA, während sich Malachowsky und Priem schon vor Jahren aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen haben.
Wie wurde Jensen Huang zu einem der reichsten Menschen der Welt?
Fast ausschließlich durch seinen Aktienanteil an NVIDIA, den er seit der Mitgründung des Unternehmens 1993 hält und seither nicht nennenswert verkauft hat. NVIDIAs eigenes Proxy Statement für 2026 zeigt, dass er wirtschaftlich rund 3,58 % des Unternehmens besitzt. Mit dem Anstieg von NVIDIAs Marktwert in Richtung Billionenbereich stieg auch der Wert dieses Anteils, wodurch live erfasste Vermögensschätzungen im ersten Halbjahr 2026 in den Bereich von 160 bis 200 Milliarden Dollar kletterten.
Warum stand NVIDIA in seinen frühen Jahren fast vor dem Aus?
NVIDIAs erster Chip, der NV1 (1995), setzte auf einen Grafikansatz, den der Rest der Branche nicht übernahm, und scheiterte kommerziell: NVIDIA musste seine Belegschaft ungefähr halbieren. Laut Huang zahlte Sega die letzte Vertragsrate von 5 Millionen Dollar trotzdem aus, obwohl er dem Sega-Präsidenten gesagt hatte, der von NVIDIA gebaute Chip werde für sie nicht funktionieren. Das verschaffte NVIDIA genug Zeit, um den RIVA 128 zu entwickeln, den Chip von 1997, der die Wende brachte. NVIDIAs vollständige frühe Produktgeschichte behandelt ein separater Geschichtsartikel auf dieser Seite.
Hat Jensen Huang bei NVIDIA bereits einen Nachfolger in Aussicht?
Nicht öffentlich. NVIDIA hat keinen designierten Nachfolger benannt, und Huang hat erklärt, er wolle das Unternehmen auf unbestimmte Zeit weiterführen. Das Fehlen eines klaren Nachfolgeplans ist ein Risiko, weil NVIDIAs flache Führungsstruktur so stark auf Huang persönlich zugeschnitten ist.
09Quellen
01. Frühe Jahre: von Taiwan nach Aloha, Oregon
02. Vom Studium zum Chipdesign
03. Die Gründung von NVIDIA
05. Die Wette auf CUDA
06. Vermögen und Auszeichnungen
Verwandte Artikel
Unternehmensanalysen
Unternehmen Tesla
Unitree
Figure AI
1X Technologies
Physical Intelligence
Skild AI
NVIDIA – Unternehmen
- ›NVIDIA Isaac GR00T erklärt: Was NVIDIA in der Robotik wirklich verkauft
- ›NVIDIA DRIVE erklärt: die Automobil-Plattform hinter Mercedes-Benz, Uber und einem Dutzend weiterer Autohersteller
- ›NVIDIA Jetson: Die jahrzehntealte Hardware-Linie hinter Physical AI
- ›NVIDIA: eine Geschichte der GPU
- ›NVIDIA CUDA erklärt: Die Software hinter NVIDIAs KI-Burggraben
- ›Jensen Huang: Vom Tellerwäscher bei Denny's zum NVIDIA-CEO(dieser Artikel)